Was ist ein Servicedog?


Service Dog heißt im Allgemeinen nur so viel wie Nutzhund. Hunde werden schon seit über 10000 Jahren von Menschen für dessen Zwecke genutzt. Doch in den letzten Jahren hat sich besonders viel getan. Hunde werden im Polizeidienst, beim Zoll, als Rettungshunde und zur Unterstützung kranker Menschen eingesetzt. Blindenhunde kennt inzwischen fast jeder, aber Behindertenbegleithunde und Therapiehunde sind inzwischen noch weitgehend unbekannt. In den USA haben sich diese Hunde aufgrund ihrer erstaunlichen Fähigkeiten inzwischen aber genauso durchgesetzt.
Heute versteht man unter Service Dogs Hunde, die über einen besonders freundlichen und ruhigen Charakter verfügen und dabei sehr lernfreudig sind. Sie haben neben einer Grundausbildung in Unterordnung eine Ausbildung, die sie zu einer speziellen Sorte von Service-Dog macht. Sie können eine Vielzahl von Kommandos und reagieren auf sie sowohl in Form von direkter Ansprache als auch als Schlagwörter im flüssigen Text. Die Fähigkeiten variieren von Hund zu Hund und nach den Bedürfnissen des Behinderten.

Es gibt:

  • Blindenhunde
  • Taubstummenhunde
  • Therapiehunde
  • Behindertenbegleithunde

Laika und Blanca arbeiten als Behindertenbegleithunde, Bea als Therapiehund.

Was ist ein Behindertenbegleithund?

Behindertenbegleithunde arbeiten im Dienst von körperlich eingeschränkten Menschen. Je nach den Bedürfnissen des Behinderten können sie unterschiedliche Kommandos. Im Allgemeinen gehört dazu:
  • Tragen von Gegenständen jeglicher Art in der Schnauze und im Rucksack
  • Aufheben von heruntergefallenen Gegenständen
  • Öffnen von Türen oder Schubladen
  • Drücken von Lichtschaltern oder Fahrstuhlknöpfen
  • Holen des Telefons, der Fernbedienung oder der Gehhilfen

Dadurch fallen den Behinderten gerade die alltäglichen Kleinigkeiten leichter. Es ist schwer ständig andere Menschen zu fragen, ob sie einem nicht kurz mal den Schlüssel aufheben können. Der Hund macht das gerne und mit der Erfahrung ganz automatisch.
Behindertenbegleithunde bewirken außerdem häufig noch eine Reihe anderer Effekte:
  • Gesundheitliche Effekte:
    • Training von Muskeln und Gelenken
    • schnellere Heilung
    • Schmerzlinderung
  • Emotionale Effekte:
    • Minderung von Depressionen
    • Anwesenheit des Hundes bringt Sicherheit und Trost
    • körperliche und geistige Entspannung
    • höheres Selbstwertgefühl
  • Soziale Effekte:
    • weniger Isolationsgefühl
    • Erleichterung des Kontaktes zu gesunden Menschen
    • Erweiterung der Gesprächsthemen

Laika im Alltag:

Laika arbeitet seit 2000 als Behindertenbegleithund und hat inzwischen dementsprechend viel Erfahrung. Einmal die Woche gehen Marianne und Laika auf den Wochenmarkt. Schon auf dem Weg dorthin fallen die beiden auf. Laika leint sich immer selbst an und lässt sich weder von anderen Hunden noch Menschen ablenken. Zu erkennen ist sie an ihrem Rucksack, der sowohl der Kennung als Service Dog als auch dem Tragen dient. Angekommen wartet sie geduldig darauf, dass ihr Einsatz kommt. Wenn Marianne etwas kauft, stellt sie auf Kommando ihre Vorderpfoten auf den Rollstuhl oder die Theke. Daduch wird das Einladen erheblich erleichtert. Mit dem Rucksack schafft es die Goldie-Hündin locker 5 kg zu tragen. Beim Bezahlen fällt ständig der Schlüssel oder Geld auf dem Boden. Laika liebt es Sachen aufzuheben. Sie empfindet das als eine Variation des alten „Stöckchenspiels“. Frauchen wirft etwas weg und der Hund holt es wieder. Auf dem Rückweg trägt sie die Brötchen in der Schnauze. Durch den verlockenden Duft lässt sie sich nicht beirren. Als Belohnung darf sie zu Hause auch ein Brötchen fressen. Zu Hause ist das Aufheben und Transportieren von Gegenständen Laikas wichtigste Aufgabe: Gehhilfen, Bücher, Messer, alles kein Problem. Sie holt auf Kommando das Telefon, wobei sie es gerade wenn es klingelt überall schnell findet. Um an die Sachen, die sie holen soll heranzukommen, kann sie Türen oder Schränke öffnen.

Was ist ein Therapiehund?

Therapiehunde werden hauptsächlich in Altenheimen und Krankenhäusern, teilweise auch in ambulanten Pflegediensten oder in der Physiotherapie eingesetzt. Sie haben kaum speziell antrainierte Fähigkeiten sind aber besonders ruhig und zuverlässig. In Deutschland werden inzwischen häufig Besuchsdienste angeboten. Die Hunde leisten den Menschen Gesellschaft und helfen so Gefühle wie Nutzlosigkeit und Einsamkeit abzubauen. Gerade Patienten in Altersheimen lassen sich so zu Bewegungen hinreißen, die für sie sonst unmöglich scheinen, was die Physiotherapie erheblich erleichtert. Bea wird in diesem Bereich eingesetzt. Therapiehunde können auch wie Laika in Kindergärten eingesetzt werden. Gerade dort wo viele Kinder mit Problemen in der deutschen Sprache sind, helfen die Hunde Barrieren abzubauen. Außerdem werden bei den Kindern Ängste abgebaut und sie lernen gleichzeitig richtig mit Tieren umzugehen.